30.07.2003 Augsburger Allgemeine
 

Stürmische Noten und Schafherden                         Begeisternde Musikclowns: „Running orchestra“ aus Italien.

(gwen) „Running Orchestra“  - das sind fünf Musiker aus Italien, Clowns der Meisterklasse. Mit ihren stürmischen noten, „Note nella Tempesta“ versetzten sie das  De-Opera- Zelt in frenetische Dauerklatschlaune.

Zunächst erinnert alles an Valentins Orchesterprobe,wo das Ensemble nicht so will wie der Kapellmeister. Die Mabò-Band besteht aus dreiSaxophonen und einer Posaune. Dirigent Valter Rado scheint zu wissen, was auf ihn zukommt: Ihm stehen von Anbeginn die Haare zu Berge. Pantomimisch besteigen die fünf ein Auto,begeben sich auf Fahrt. Sie halten vor imaginäre Züge oder Schafe vorbeiziehen.

Im Verlaufe des Abends wird der Dirigent so manche Taktstock zerbrechen und vor Wut durch die Luft wirbeln. Erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln sie das Publikum zum Lachen bringen konnten. Der Name des Orchesters wird Programm, sind sie doch ständig in Bewegung. Ein skurriler Einfall jagt den nächsten. Dirigent und Spieler duellieren sich mit Taktstöcken   - perfekte Persiflage eines „ Mantel und Degen“ - Films. Vergebens versucht der Chef die Anarchie der Gruppe, die das Dirigentenpult erobern will,in den Griff zu bekommen.

Musicalisch kommt alles zu Gehör von Bethoven bis „O sole mio“. Höhepunkt des mit vielen Luftballons, Softbällen und Konfettiregen gefüllten Programms aber war das Spiel als Marionetten. Zunächst hält der Dirigent noch die Fäden in der Hand, doch dann zeigt sich, dass auch er nicht viel mehr als eine Marionette ist. Bedrohlich verfangen sich die Fäden der Spieler.“Running Orchestra“ war brillanteste Clownerie, herrlich unkompliziert,herzerfrischend komisch. Bravissimo !

                             LA PIAZZA
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